Das Internet Vergißt Auch Keine Weissen Pralinen (@faserpiratin goes orwell)

“Wenn selbst bei Pralinen behauptet wird, weiß sei besser. #schauhin”

das glauben sie nicht?

daß das ein tweet bei #schauhin war? ein ernstgemeinter?

lesen sie mehr @faserpiratin.

von der weiß das internet ja was.

das war die, in deren vortrag u.a. die berühmte #ochdomino vorkam. das war die, welche dann erleichtert alle zur entschuldigung antreten ließ, als herauskam, daß es kein neunzehnjähriges mädchen gab und also auch keins gejagt wurde. daß der herr sch. aus k. anscheinend drei töchter h a t, das bestritt zwar keiner und daß er sie schützen mußte, das interessierte keinen. doch nachdem sich nun also herausstellte, daß die wohl einzige deutsche feminismuskritikerin außer der wunderbaren @TiiaAurora, ein kieler werbefuzzi ist, der sich hinter einem polnischen models versteckt, wenden wir uns alle also gefälligst der wirklichen diskriminierung zu:

#schauhin.

sie haben also keineswegs satire vor sich:

“Wenn selbst bei Pralinen behauptet wird, weiß sei besser. #schauhin”

@faserpiratin heute morgen. (8.9.2013)

ich weiß jetzt nicht, ob @faserpiratin auch eine grimmepreisträgerin ist oder für ihren pranger einen bekommen wird, aber ich weiß, daß wir nun zuverlässig an dem punkt angelangt sind, wo ernsthaft nicht mehr ernsthaft von lächerlich zu unterscheiden ist:

“bald hier: #gedankenverbrechen im sinne #orwells: der unausgesprochene wunsch weiße schokolade essen zu wollen. #filterbubble”

so antwortete ihr prompt der obermaskutroll @MelekSgrafitto persönlich, der ja seit neuestem von sich behauptet, gleich drei polnische models zu sein. nachdem er bei #om13Gate zu sehr hinschauen mußte.

kurz vorher schrieb ich an die kluge und freundliche @kuebra, initiatorin von #schauhin:

“oft sind es blicke? oft sind es handlungen und worte, gegen die man sich nicht wehren kann? was irgendwann sehr müde macht?”

als antwort auf ihren tweet:

“Alltagsrassismus ist oft das, was man nicht in Worte fassen kann. Erlebnisse, die in keinen Tweet passen. #schauhin”

sie sehen hoffentlich, ich unterstütze @kuebras anliegen. lesen sie meine tweets. aber wir müssen jetzt so aufpassen. sonst läuft es wie bei #aufschrei:

selbsternannte tugendwächter_I_nnen kapern die deutungshoheit. und wir haben nur noch nachzublöken. #määäh

nicht nur wurde mit der schwachsinnigen trennung von #schauhin und #schauhinsoli versucht, die voneinander zu trennen, die miteinander reden sollten, sondern der diskurs wird auch ständig von denen zum entgleisen gebracht, die nicht einfach über tatsächliche diskriminierungen reden können, sondern allen ein vages schuldgefühl einreden wollen. jedesmal wenn ich eine weiße praline esse, soll ich also erkennen, daß ich ein blasses privilegiertes maskustrollarschloch bin, das besser bald mal sein finales stalingrad erleben sollte?

es reicht jetzt einfach.

twitter gestattet uns, gesellschaftliche debatten zu führen, ohne erlaubnis und förderung seitens irgendwelcher leitmedien. die das thema dann eventuell zähneknirschend aufgreifen. so war es bei #aufschrei, trotz aller entgleisungen. so kann, ja so muß es bitte nun bei #schauhin sein.

dazu gehört aber, daß uns die selbsternannten schuldigsprecher der nation nicht ständig frontalunterricht erteilen, der von bewußter satire überhaupt nicht mehr unterschieden werden kann. auch wenn sie unfreiwillig komisch sind, heißt das nicht, daß das witzig ist. nicht bei diesem thema.

das internet vergißt nichts.

es sollte aber nicht soweit kommen, daß wir das internet vergessen müssen, weil nicht mehr auf gleicher augenhöhe diskutiert werden soll und nichtexistente #ochdominos durchs globale dorf gejagt werden, weil sie aufmucken. oder priviligierte weiße maskuarschlochtrolle wie ich.

schaut also genau hin.

und laßt euch nicht einschüchtern.

der nächste grimmepreis ist hier nicht das ziel.

.

(für @TiiaAurora)

ps.

nachdem ich diesen text geschrieben hatte, machten mich @faserpiratin und andere darauf aufmerksam, daß eine ferrero-küßchen werbung gemeint sei, die verkündete, es werde in zukunft auch und zwar für immer weiße ferrero-küßchen geben. ihrem tweet, den ich hier kommentierte war dieser link allerdings nicht beigegeben und nach betrachten des werbespots sehe ich auch keinen anlaß, meinen text zu ändern. in der werbung wird keineswegs behauptet “weiß sei besser”, sondern es werde eben in zukunft dunkle und helle, also braune und weiße ferreroküßchen geben. alles andere ist eben tatsächlich nur ausdruck dieser modischen aufgeregtheitskultur, die keinem einzigen diskriminierten menschen etwas hilft, aber per überinterpretation kampagnen fährt, die ihren eigenen sinn dadurch schlicht  desavourieren.

ich lasse meinen text also stehen.

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